Eine Dokumentation über einen längeren Zeitraum. Entstehen soll daraus ein grossformatiges Werk in einer Mischtechnik.
Dieses Projekt ist als eine fortlaufende, intensive Auseinandersetzung mit Zeit, Natur und Erinnerung angelegt. Über einen längeren Zeitraum hinweg entsteht eine künstlerische Dokumentation, die den Wandel sichtbar macht und zugleich eine persönliche Verbindung zur dargestellten Pflanze offenlegt. Ziel ist ein grossformatiges Werk in Mischtechnik, das die gesammelten Eindrücke, Skizzen und Beobachtungen verdichtet und in eine übergeordnete Bildsprache übersetzt.
Im Zentrum steht der Zyklus der Pfingstrose – ihr Werden, ihr Erblühen und ihr Vergehen. Bereits seit Wochen kann ich meinem eigenen Garten die Veränderungen beobachten. Aus der Erde spriessen seit dem letzten Schnee kräftige Triebe. Die ersten Blütenknospen erscheinen als feste, grüne Kugeln, noch verschlossen, voller Spannung, das zarte Rot durchschimmernd. Mit jedem Tag verändert sich ihre Form, ihre Farbe, ihre Haltung – ein langsamer und stetiger Prozess. Die Pfingstrose ist dabei nicht nur mein Motiv, sondern auch ein Träger meiner Erinnerungen. Das Blühen markierte den «Barfuss-Moment». Die Erinnerung ist mit Freiheit und Leichtigkeit verknüpft war. Barfuss durch das Gras zu laufen, es wurde Sommer und warm.
Die künstlerische Umsetzung erfolgt in Form von Skizzen und Studien, die den gesamten Jahreszyklus begleiten. Mit Bleistift, Farbstift, Aquarell und weiteren zeichnerischen Mitteln werden die verschiedenen Stadien festgehalten. Von den ersten Trieben über die Knospenbildung und Blüte bis hin zum Verwelken und Rückzug der Pflanze. Dabei geht es mir nicht nur um eine botanisch Darstellung, sondern um das Erfassen von Atmosphäre, Veränderung und Zeitlichkeit.
Im Verlauf des Projekts entsteht so eine vielschichtige Sammlung von Momentaufnahmen, die sich im abschliessenden grossformatigen Werk zu einem Gesamtbild verdichten. Dieses Werk versteht sich nicht nur als Dokumentation eines natürlichen Prozesses, sondern auch als Reflexion über Zeit, Erinnerung und die wiederkehrenden Rhythmen des Lebens.
















2 Kommentare
30.4.26
Ich bin überrascht, hatte vergessen, dass ich den Newsletter abonniert hatte. Dies ist also der erste Beitrag, den ich lese. Erwartet hätte ich eher eine Zeichnung, eine Skizze, ein Aquarell, wusste nicht, dass der wandernde Künstler auch schreibt über das, was er tut. Schreiben nun ist meine händische Aktivität, um mich Sicht- und Unsichtbarem zu nähern und einen Ausdruck zu finden für meine Wahrnehmungen.
Genauso wie ich spontan berührt war von der zeichnerischen Dokumentation einer längeren Fussreise Guido Hs zur Heilung seines Burnouts und dem begleitenden Bericht im Tagblatt, so bin ich wieder berührt von diesem Newsletter und kann es nicht lassen, mich weiterzuklicken, um den Fortschritt des Kunstprojektes mit eigenen Augen zu sehen. Auch ich habe Pfingstrosen in meinem Garten, die ich aber noch nie so akribisch beobachtet habe. Doch bin ich neugierig auf die Art und Weise, wie ein Künstler das jährlich wiederkehrende Aufblühen und Vergehen mit seinen Sinnen aufnimmt und umwandelt. Es gibt mir ein mögliches Verständnis für einen Menschen, das mir verschlossen bliebe, wenn ich nur das vollendete Ergebnis vor Augen hätte.
Ich freue mich auf kommende Einblicke.
Mona Hasler
Hallo Mona, danke für dein Feedback. Es wird bei mir hier noch den einen oder anderen Beitrag zu diesem Thema geben. Werden, Sein, Vergehen und die Erinnerung. Guido