Es ist noch früh am Morgen. An der Bushaltestelle ist noch nicht viel los, auch wenn zur Zeit Olma Zeit ist. Mitte Oktober die Zeit des ostschweizerischen Oktoberfestes. Die nächsten fünf Tage erwandere ich den zweiten Teil des Jurahöhenweges.
Die nächsten Tage ist schönes Herbstwetter vorausgesagt. Den ersten Teil des nationalen Fernwanderweges 5 habe ich letzten Frühling vor 3 Jahren gemacht. Damals führte der Weg von Stein am Rhein nach Dielsdorf, dem Startpunkt des Fünfer. Bei herrlichem Frühlingswetter sind wir, damals war ich zu zweit unterwegs, in drei Etappen nach Olten gewandert.
Heute bringt mich der Intercity in zwei Stunden bequem von St.Gallen direkt nach Olten. Schon in den ersten Kilometern und einigen hundert Höhenmetern treibt es mir den Schweiss in die Stirn. Mit etwa neun Kilogramm Basisgewicht meines Rucksacks, trage ich bei dieser Tour nicht sehr schwer. Dass in den folgenden Tagen zussätzlich etwa 3 Liter Wasser dazukommen wusste ich schon. Bei dem ersten Teil waren Wasserstellen schon eine Seltenheit. Dies sollte sich auch in den kommenden Tagen bis Nach Neuchâtel bewahrheiten. Schon in der ersten Etappe erinnern viele Wappen an den Felsen am Wegesrand an die Wehrhafte Schweiz während der beiden Weltkriege. Ein grosser Teil des Weges nach Balsthal führt mich durch einen herbstlichen Jura-Buchenwald. Bei der Roggenflue erwartet mich eine Sicht über das ganze Mittelland und zu den höchsten Gipfeln der Schweizer Alpen, vom Pilatus bis zum Mont Blance. Ein Gespräch mit einem Mountenbikefahrer bereichern den Tag. Ihn treffe ich nochmals beim steilen Abstieg nach Balsthal.





Das nächste Etappenziel ist der Weissenstein hoch über Solothurn. Nach dem steilen Aufstieg von Balsthal zum Höllchöpfli folgt eine aussichtsreiche Höhenwanderung über Weiden und vorbei an geologischen Besonderheiten. Es ist immer wieder Gelegenheit eine Pause einzulegen und die Schönheit der Landschaft zu geniessen. Auch diese Etappe ist mit über 20 Kilometern und weit über Tausen Höhnenmetern anstrengend. Abens lege ich mich nach einem feinen Essen im Hotel Weissenstein zufrieden und müde auf die Matte. Mit 27 Kilometern folgt anschliessend meine längste Etappe. Sie führt mich nach Orvin, südlich von Biel. Dort habe ich mir ein Zimmer reserviert. Auf der Hasenmatt und nach vielen Schweissperlen auf schmalen Pfaden auf der Krete erfreut mich eine herrlich Aussicht mit der Vorfreude auf die abendliche warme Dusche. Freundlich grüsse ich mal mit Grüezi, abwechseln mit Bonjour. Am Abend begleitet mich die Sprache Französich.

Am Morgen wird es um 7:30 Uhr hell und um 19:30 dunkel. Das sanfte Licht mit den kleinen Nebelschwaden im Tal verleihen der Landschaft einen Zauber, dem ich mich nicht entziehen kann.. Das Zelt ist jeden Morgen von aussen und auch von innen trocken. Auf der Höhe von 1000 Metern über Meer, in dieser Breite und Mitte Oktober, konnte ich diese trockene Luft noch nie wahrnehmen.Der trockene Sommer hat auch auf den Hochflächen Spuren hinterlassen. Tiefe Furchen und Rinne sind zwischen dem trockenen Gras sichtbar. Stetig steigt der Weg Richtung Chasseral hoch. Etwa 1300 Höhenmeter sind bis zum Gipfel mit dem Markanten Sendemast zu erklimmen. Der Blick von dem bekannten Juraberg ist grandios. Im Süden das Mittelland und die Alpen und gegen Norden der Mont Soleil mit dem grössten Windpark der Schweiz. Die Tour von Norden Richtung Süden auf dem Trans Swiss Trail, die Nummer 2 der Schweizer Fernwanderwege. habe ich vor 3 Jahren gemacht. Für die letzte Etappe an den Neuenburgersee verlasse ich die 5 und wander zum Chaumont dem Hausberg von Hautrive. Die 110 Kilometer fürten mich über zwei Sprachen drei Kantone und über 5000 Höhenmetern rauf und runter.
Es bleiben viele bereicherne Begegnungen, Skizzen in meinem Skizzenbuch, unvergessliche Eindrücke, beeindruckende Natur und unwiederbringliche Lebenszeit.





























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