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Basis malen und zeichnen das Skizzenbuch dabei ….

das Skizzenbuch dabei ….

2011-07-14

oder die Kamera auf Papier

Wellen in Kreide, eine Häuserzeile in Aquarell, Menschen auf der Strasse in Bleistift  – jede Skizze von unterwegs ist Zeugnis eines meiner Reiseerlebnisse, das ich mit allen Sinnen wahrgenommen habe. Als leidenschaftlicher Zeichner und Illustrator möchte ich hier meine Faszinaiation an der Kunst auf Reisen schildern.

Wenn ich was sehe das mich interessiert muss es meist schnell gehen: Form, Farbe, Licht und Schatten. Zurück bleibt ein Augenblick auf Papier mal wenige Striche mal auch detailgetreu. Ich mag es sehr gerne, wenn ich wenig Zeit habe. Dann bin ich positiv angespannt und bei voller Konzentration. Wenn ich auf einem belebten Bahnhof oder mitten in einer Stadt vor meinem Zeichenbuch sitze dann fühle ich mich hier und jetzt. Das, was ich auf das Papier bringe, ist das Leben, echt und nicht zu vergleichen wenn ich zuhause im Atelier male oder zeichne.

Ich halte meine Erlebnisse und Gedanken auf Reisen in Skizzenbüchern fest und habe schon einige davon veröffentlicht. Öfters nehme ich diese erlebten Skizzen als Basis für eine Illustration. Unterwegs sein und Zeichen gehört für mich heute zusammen. Früher habe ich vieles mit meinem Fotoapparat festgehalten.

Neugierig auf das Unbekannte und Neue
Malen und Zeichnen auf Reisen hat eine lange Tradition. Als Ende des 18. Jahrhunderts Entdecker wie James Cook in die Südsee und Alexander Humboldt nach Südamerika aufbrachen, war die naturgetreue Zeichnung die einzige Möglichkeit, den Menschen in der Heimat die unbekannten und exotischen Wunder der fernen Welten vorzuführen. Die Abenteurer engagierten Maler und Zeichner als Dokumentare. Künstlern dienen bis heute der Aufbruch in die Ferne und das Studium fremder Kulturen der Inspiration und Ausbildung. Besonders seit dem 18. Jahrhundert brachten sie ihre mit Skizzen angefüllten Tagebücher mit in die Heimat, aus Italien wie William Turner, aus der Südsee wie Paul Gauguin, aus Tunis wie Paul Klee.

Doch ausgebildeter Grafiker oder Künstler muss man nicht sein, um auf Reisen sein ganz eigenes Bild der Welt aufs Papier zu bannen. Skizzieren unterwegs – das bedeutet weniger, Kunstwerke zu erschaffen, sondern vielmehr, die Gegenwart mit allen Sinnen wahrzunehmen. Grelles oder sanftes Licht, die Farben des Himmels, die Temperatur der Luft, die Gerüche die uns begleiten – alles fließt unwillkürlich in eine Skizze ein. Jede eigene Interpretation der Wirklichkeit wird zu einer ganz persönlichen Erinnerung. Weil eine Zeichnung länger dauert, hat man Zeit für  Gedanken. Nach der erlebten Zeit behalte ich nicht nur das Bild, sondern damit auch alles, was ich beim Skizzieren gefühlt und gedacht habe.
Im Gegensatz zur heutigen schnellen Fotografie, bei der Fotografen oft erst zu Hause bemerkt, wo er eigentlich war, nehme ich beim skizzieren vor Ort die Zeit die Umgebung zu gefühlt und gesehen wahr. So kann ich das unterwegs sein geniessen. Hinzu kommt dass ich beim Zeichen das genaue sehen lerne. Ich lerne sehen was ich nicht weiss. Der Himmel, der Himmel die Haut ist immer anders –  abertausende von Farben. Überall auf dieser Welt finde ich Formen die gezeichnet und Farben die gemalt werden wollen.

Zeichnen als universelle Sprache

Nicht nur zu intensiverer Wahrnehmung, auch zu ungewohnten Begegnungen mit den Menschen öffnet das Skizzenbuch die Tür. Wenn Touristen kommen, fotografieren sie meist. Wenn ich zeichne ist das eine Überraschung für die Einheimischen. Oft halten vorbei Gehend kurz inne, beobachten neugierig wie die Skizze entsteht. Auch wenn wir nicht miteinander reden, passiert schon etwas, es baut sich ein Kontakt, eine Intimität auf. So habe ich das immer wieder erlebt. Dabei ist es nicht wichtig, dass man eine gemeinsame Sprache spricht – das Zeichnen dient als eine Art universelle Sprache.
Porträts, Landschaften und Städte, Tiere und Pflanzen – auch auf einer kurzen Reise oder einem Ausflug sammle ich ein Sammelsurium von schnellen Skizzen und Eindrücken. Manchmal nehme ich bewusst zB. ein Pflanzenblatt mit und lege es in mein Skizzenbuch. So wird es für mich zu einem kleine Kopfkino. Das Skizzenbuch begleitet mich und hält all die kleinen Ereignisse fest, die ich so nach und nach erlebe und die ich gerne bewahren möchte.

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