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Basis zeichnen unterwegs Sinn und Sein – ein Paar Tage auf dem Jakobsweg

Sinn und Sein – ein Paar Tage auf dem Jakobsweg

2021-06-28
Sinn und Sein – ein Paar Tage auf dem Jakobsweg

Wo die Faszination dieses Weges liegt kann ich nicht beantworten, aber das Sein in diesen vergangenen Tagen war intensiv. Ich bin nicht gläubig auch wenn ich eine christliche Erziehung genossen habe. Doch der Spiritualität der Orte und Gebäude mit bewegter Vergangenheit, der kann ich mich nicht verwehren. Dieser Weg ist gesäumt mit christlichen Monumenten und Zeichen. Gerade die sakrale Kunst zieht mich in ihren Bann. Diese bildende Kunst, die die Wiege unseres heutigen Kunstschaffens ist. Ich nehme mir die Zeit das eine oder andere Werk mir intensiver anzusehen und auf mich wirken zu lassen. In den Ortschaften pulsiert das Leben. Meine Saumseligkeit des Gehens steht im krassen Gegensatz zur allgegenwärtigen und hochgelobten Mobilität. Ich bin dankbar für das Sein. 

Auf dem Weg durch den östlichen und zentralen Teil der Schweiz ist mir jedoch unmissverständlich klar geworden, dass nicht Sein, sondern Haben das Leben der Menschen in meiner grösseren Umgebung bestimmt und in Vergangenheit geprägt hat.  Grosse, prunkvolle Gebäude zur Huldigung des Göttlichen und zu Beruhigung der schlechten Gewissen und ebensolche um das gegenwärtige Leben in voller Fülle zu leben.  Hat sich heute etwas geändert? Hat das Haben so einen zementierten Platz in unserer Gesellschaft eingenommen, der unverrückbar ist?

Beim zeichnen und aquarellieren in mein Skizzenbuch tauche ich ab und ich vergesse dass um mich herum das Leben stattfindet.  

Man darf annehmen dass viele der Kapellen am Wegesrand eine Auseinandersetzung oder eine Katastrophe vorausgegen ist. Gebaut aus Dankbarkeit für eine gewonnene Schlacht oder einer Lawine die das Dorf verschont hat, stehen die Zeitzeugen seit hunderten von Jahren … so sagen es einige Gedenk- und Informationstafeln. 

Wie mögen wohl die Wege vor 500 Jahren gewesen sein? Der heutige Weg ist abwechslungsreich, mal an Dörfern vorbei, über kultiviertes Land, durch kleine Städte und tiefgrünen verregneten Wald. Jedoch sind leider mittlerweile grössere Teile der Strassen asphaltiert. Pfade gibt es auf dieser Strecke nur noch wenige. Gerade diese schmalen Linien durch die Landschaft ziehen die Fahrer mit Mountain-Bike’s mit und ohne E-Antrieb an. Doch immer wieder findet sich ein Platz für Zeit mit wirklicher Ruhe in der Natur.

 

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