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    Trauerschnäpper — wenn die Zeit nicht passt

    In den letzten Jahren habe ich Anfang Mai regelmäßig ein Männchen in meinem Garten beobachen können. Sein Gesang war unüberhörbar. Eine Brut kam jedoch nie zustande, weil zu dieser Jahreszeit bereits alle Nistkästen besetzt waren. Ein Weibchen habe ich nie beobachten können; eine erfolgreiche Brut fand hier im östlichen Teil der Schweiz selten statt. (Der Trauerschnäpper wird hier auch Halsbandfliegenschnäpper genannt.)

    Trauerschnäpper sind Höhlenbrüter. Sie nutzen Baumhöhlen und sehr oft Nistkästen. Die Nesträuberei — etwa durch Katzen — im heimischen Garten ist ein grosses Problem. Den Nistkastenplatz habe ich sorgfältig und möglichst «katzensicher» ausgesucht.

    Trauerschnäpper sind als Jäger vorwiegend fliegender Insekten auch im Winter auf Wärme angewiesen. Darum ziehen sie weit nach Süden bis ins westliche Afrika. Von der langen Reise, die viele Gefahren birgt, kehren sie erst Anfang Mai zu uns zurück.

    Zurück im Frühling in der Schweiz kommt zusätzlich das Problem fehlender Nistmöglichkeiten hinzu. Anfang Mai sind die meisten Höhlen und Kästen bereits belegt. Deshalb habe ich Ende April einen geeigneten Nistkasten aufgehängt. Die naturnahe Wiese und die einzelnen «Ökoflächen»
    (Eine Ökofläche ist eine Feld- oder Grünlandfläche, die im Rahmen ökologischer Leistungsnachweise für Direktzahlungsprogramme extensiv bewirtschaftet wird, um Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz sowie Landschaftsqualität zu fördern. Typische Merkmale: späterer Mahd- oder Schnittzeitpunkt, oft frühestens ab 15. Juni, reduzierter oder kein Dünger-/Pestizideinsatz, artenreiche Ansaaten, Wildschutzstreifen, Hecken oder Brachen und vertraglich festgelegte Bewirtschaftungsauflagen.)
    in der Umgebung sind ein ideales Habiat für diese zierlichen und seltenen Vögel.

    Männliche Trauerschnäpper sind oft polygam. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Nistplätze zu finden oder zu erobern und sie den Weibchen anzubieten. Bei geeigneten Möglichkeiten betreut ein Männchen mehrere Reviere gleichzeitig. Durch das polygame Verhalten der markant schwarz-weiss gezeichneten Männchen und dem Hin- und Her zwischen den Revieren, kann es vorkommen, dass das Weibchen aus dem ersten Nest sich einen anderen Partner sucht; dann können Küken in verschiedenen Nestern von unterschiedlichen Vätern stammen. In meinem Garten ist die Chance klein. Ein Weibchen konnte ich nahe dem Nistkasten im Apfelbaum beobachten. Die etwa 12 cm kleinen Vögel kann ich gut von meinem Sitzplatz beobachten und zeichnen. Dabei lassen sie sich nicht sichtlich stören.

    In vielen Regionen sind Trauerschnäpper auf Nistkästen angewiesen. Wenn du einen Garten hast, lohnt es sich, einen geeigneten Nistkasten anzubringen.

    2026-05-22 0 Kommentar
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